Echt heiß: Rekorde rund ums Feuer

Feuer ist gefährlich, gewaltig und faszinierend. Und Feuer ist nicht gleich Feuer. Lesen Sie hier einige erstaunliche Fakten zu dieser Naturkraft.

Schwerste Brandkatastrophe

Am 1. September 1923 wurde die japanische Kantō-Ebene von einer der schwersten Katastrophen der Menschheitsgeschichte heimgesucht. Ein Erdbeben der Magnitude 7,9 zerstörte große Teile der Städte Yokohama und Tokio. Schlimmer noch als die Erdbeben-Erschütterungen selbst war der dadurch ausgelöste Feuersturm. Die dicht stehenden Holzhäuser der Bewohner gingen zu Tausenden in Flammen auf. Wie viele der insgesamt 142.800 Todesopfer auf das Feuer zurückzuführen sind, ist aber unklar.

Heißeste Flamme

Die höchste, unter Idealbedingungen messbare Flammentemperatur beträgt etwa 6000 Grad und ist damit mehr als doppelt so hoch wie bei der optimalen Verbrennung von Erdgas. Solche enormen Temperaturen können entstehen, wenn die Moleküle Dicyanoethin (eine Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung) und Ozon (ein Sauerstoff-Molekül mit drei Atomen) unter dem enormen Druck von 40 bar miteinander reagieren.

Eine normale Kerzenflamme erreicht immerhin bis zu 1400 Grad. Der heißeste Bereich befindet sich knapp oberhalb der sichtbaren Flamme, während es unten am Docht am „kühlsten“ ist.

Eifrigster Feuerschlucker

Der Österreicher Egon Rusch hat keine Angst vor Feuer. Der Artist löschte im Oktober 2012 während einer Feuershow 118 brennende Fackeln innerhalb einer Minute mit seinem Mund. Dies bedeutete einen Weltrekord im Feuerschlucken. Übrigens besteht die wichtigste Technik des Feuerschluckens darin, zunächst einzuatmen und dann die Flamme mit der eigenen Kohlendioxid-Ausatmung zu ersticken. Bei 118 Fackeln im Halbsekundentakt ein ziemlich kniffliges Unterfangen…

Älteste Feuerstelle

Seit wann die prähistorischen Menschen das Feuer nutzten, wird sich wohl niemals exakt bestimmen lassen. Der bisher älteste Fund einer Feuerstelle ist aber rund eine Million Jahre alt. Er stammt aus der Wonderwerk-Höhle in Südafrika. Dort fanden die Forscher verkohlte Reste von Knochen und Pflanzen. Die Frühmenschen vom Typus Homo Erectus zündelten nicht mit Holz, sondern mit Gras, Zweigen und Blättern als Brennstoff.

Manche Forscher haben den Verdacht, dass Homo Erectus schon einige Hunderttausend Jahre früher das Feuer beherrschte. Für diese Annahme fehlt aber bis jetzt jeder Beleg.

Größter deutscher Stadtbrand

In den vergangenen Tausend Jahren findet sich kaum eine deutsche Stadt, die nicht wenigstens einmal teilweise niederbrannte. Besonders heftig wütete der Stadtbrand von Aachen am 2. Mai 1656. Nach offizieller Zählung wurden 4664 Häuser zerstört, allerdings „nur“ 17 Menschen getötet. Der Brand brach offenbar in der Wohnung eines Bäckers aus und breitete sich von dort in der Stadt aus.

In jüngerer Zeit hat der „Große Brand“ seine Spuren in der Hansestadt Hamburg hinterlassen. Vom 5. bis 8. Mai 1842 brannte es in der Altstadt. Rund 1700 Häuser wurden ein Raub der Flammen, 51 Bewohner starben. Am 28. Juli 1943 forderte ein Feuersturm in Hamburg sogar rund 30.000 Todesopfer. Als Kriegsfolge zählt er aber kaum zum Typus der sonstigen Stadtbrände.

Größte verbrannte Fläche

Die umfangreichsten Brände, die in historischer Zeit dokumentiert wurden, waren Buschfeuer in Australien. Am 7. Februar 2009 formierten sich im Australischen Bundesstaat Victoria mehrere Großfeuer, die in der folgenden Woche rund 430.000 Hektar (4300 Quadratkilometer) Land verwüsteten. Dies entspricht fast der Größe des Schwarzwalds.

Blitzeinschläge und Brandstiftung schufen mehrere Brandherde, die sich angesichts einer Hitzewelle mit über 45 Grad schnell ausbreiten konnten. 173 Menschen starben in den Flammen der „Black Saturday bushfires“.

Der legendärste Brand aller Zeiten

Stoff für unzählige Bücher und Filme lieferte der Stadtbrand von Rom aus dem Jahr 64 n.Chr. Im Zentrum aller Geschichten steht Nero, der damalige Kaiser von Rom. Halb wahnsinnig und machtversessen, so berichten es manche Autoren, soll Nero seine Hauptstadt höchstpersönlich angezündet haben. Er habe Platz schaffen wollen für einen riesigen, goldenen Palast, munkelten einige Zeitgenossen.

Die Wahrheit ist vermutlich viel profaner gewesen. Der Brand, der die halbe Stadt in Schutt und Asche legte, hat wohl auf einem Marktplatz seinen Anfang genommen. Nero weilte zum fraglichen Zeitpunkt außerhalb Roms und kommt allenfalls als Anstifter einer Brandlegung in Frage. Wahrscheinlicher ist, dass der Kaiser aus politischen Gründen diskreditiert werden sollte.

piedmont