Waldbrände

In den trockenen Monaten des Jahres sind Waldbrände die häufigsten und gefährlichsten Feuer für uns Menschen. Aber höchstens fünf Prozent sind natürlichen Ursprungs. Die restlichen 95 Prozent gehen auf Brandstiftung oder unachtsame Waldbesucher zurück.

Bäume und Sträucher brennen umso leichter, desto trockener sie sind. Da im Sommer die Verdunstung stark zunimmt, steigt grundsätzlich auch die Waldbrandgefahr. Aber auch bei langen winterlichen Trockenperioden drohen in unseren Breiten Waldbrände. Ein besonders gutes Brennmaterial geben trockene, harzige Baumnadeln ab. Wo immer Menschen Monokulturen aus Nadelbäumen angelegt haben, haben sie es dem Feuer leicht gemacht.

Natürliche Brandursachen

  • Ein Blitzschlag kann auf trockenem Holz oder Gras wie ein Zündfunke wirken. Blitzschläge waren wohl auch der häufigste Weg, auf dem die Urmenschen ihr Kochfeuer bekamen, bevor sie lernten selbst Feuer zu machen.
  • Auch bei einem Vulkanausbruch kann die Vegetation rund um den Vulkan leicht Feuer fangen. Eine sehr seltene, exotisch wirkende Möglichkeit sind außerdem natürliche Erdbrände.
  • Kommen große Hitze und extreme Trockenheit zusammen, kann sich die abgestorbene Vegetation unter Umständen selbst entzünden. Diese Selbstentzündung ohne Funken lässt sich beispielsweise in Australien und Afrika gelegentlich beobachten.

Künstliche Brandursachen

  • Leider zählt Brandstiftung zu den häufigsten Ursachen von Waldbränden überhaupt. Auch ein kleines Feuer kann sich bei passenden Umständen sehr rasch ausbreiten.
  • Vor allem in tropischen und subtropischen Regionen ist Brandrodung weit verbreitet. Mit diesem Abbrennen eines Waldstücks sollen in der Regel neue Acker- oder Weideflächen geschaffen werden. Oftmals werden bei dieser Methode ökologisch wertvolle Wälder planmäßig zerstört.
  • Fahrlässigkeit im Umgang mit Feuer kann überraschend schnell zu einem Flächenbrand führen. Ein noch schwelendes Lagerfeuer, ein defektes Elektrogerät oder eine achtlos weggeworfene Zigarette waren schon häufig Ausgangspunkt riesiger Brandkatastrophen.

Kontrolliertes Abbrennen

In manchen Gegenden gehören kontrollierte Waldbrände mittlerweile zum Repertoire der Waldpflege. Dies mag paradox klingen, aber diese Methode dient unter anderem der gezielten Verjüngung der Vegetation und ist der Natur abgeschaut. Manche Biotope entwickeln sich besser, wenn das Altholz bzw. hohe Gras in gewissen Abständen abbrennt und Platz für neue Pflanzen macht. Viele große Bäume mit dicker Borke überstehen solche Feuer problemlos. Manche Bäume, wie Mammutbäume oder das Feuerkraut, werfen ihre Samen sogar erst nach einem Feuer ab, weil sie dann eine erhöhte Vermehrungschance haben.

Außerdem hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass viele kleine Brände den potenziellen „Brennstoff“ im Wald reduzieren, sodass ein ungeplantes größeres Feuer gar nicht zum Inferno ausarten kann.

Brandbekämpfung

Waldbrände können sich sehr schnell ausbreiten können. Die konventionelle Bekämpfung mit Feuerspritzen ist oft nicht ausreichend, zumal es eine große Herausforderung darstellt, ausreichende Löschwassermengen bis zum Brand zu transportieren. In vielen Fällen geht die Feuerwehr am Boden gegen den Waldbrand vor, während Löschflugzeuge aus der Luft gewaltige Wassermengen abwerfen. Das Wasser enthält manchmal chemische Zusätze, die die Brandbekämpfung verbessern sollen. Am Boden kommen auch so genannte Feuerpatschen zum Einsatz, die die Flammen „ausdrücken“.

Bei sehr großen Bränden werden häufig Feuerschneisen angelegt. Dabei wird absichtlich ein Waldstreifen gerodet, der so breit sein muss, dass das Feuer nicht von Wipfel zu Wipfel darüber hinweg „springen“ kann. Manchmal legt die Feuerwehr ein „Gegenfeuer“. Diese Methode funktioniert ähnlich wie die Feuerschneise: Mit Hilfe eines kleinen, kontrollierten Feuers wird der Brennstoff vernichtet. Wenn das eigentliche Feuer zu diesem Ort kommt, findet es keine Nahrung mehr und wird (hoffentlich) gestoppt.

Waldbrandwarnstufen

Um die Bevölkerung auf drohende Gefahren hinzuweisen, gibt es in Deutschland fünf Waldbrandwarnstufen – von Stufe 1 für „keine Waldbrandgefahr“ bis Stufe 5 für „höchste Waldbrandgefahr“. Die Berechnung der verschiedenen Stufen und ihrer regionalen Verteilung wird vom Deutschen Wetterdienst durchgeführt.

Berücksichtigt werden meteorologische Werte wie Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wind und Niederschlag, aber auch der Stand der Vegetation. Eine grüne Belaubung ist weniger anfällig für einen Waldbrand als ein trockener Nadelwald. Bei Warnstufe 4 oder 5 dürfen die Behörden sogar Waldstücke sperren, bis die Phase höchsten Risikos wieder vorüber ist.

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