Richtiges Verhalten im Brandfall

Wer bei einem Brand kühlen Kopf bewahrt und richtig reagiert, kann Menschenleben retten – das eigene, aber auch das Leben Anderer. Damit dies gelingt, haben sich Brandschützer einen genauen Handlungsplan ausgedacht. Die Schwierigkeit besteht darin, diesen Plan zu verinnerlichen. Viel besser als „Auswendiglernen“ sind praktische Brandschutzübungen, zum Beispiel in der Schule oder im Betrieb.

Feuermelder - © Rainer Sturm / pixelio.de

Feuermelder – © Rainer Sturm / Pixelio.de

Unbedingt einprägen sollte man sich die optimale Reihenfolge des Handelns:

  1. Zuerst den Brand melden. Oft kann der Laie nur schwer einschätzen, wie groß und gefährlich ein Feuer tatsächlich ist. Wer einen untauglichen Löschversuch unternimmt, vergeudet unter Umständen wertvolle Zeit oder facht das Feuer sogar an.
  2. Danach in Sicherheit bringen. Wenn die Feuerwehr alarmiert ist, hat die kontrollierte Flucht höchste Priorität.
  3. Zuletzt einen Löschversuch unternehmen. Wenn augenscheinlich keine Menschenleben in Gefahr sind und die Lage überschaubar ist, kann ein eigener Löschversuch sinnvoll sein.

Manche konkreten Handlungsempfehlungen – wie die Bitte, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen – sind sehr sinnvoll. Einige offizielle Empfehlungen wirken aber durchaus praxisfremd: Wohl fast niemand orientiert sich routinemäßig vor dem Betreten eines Gebäudes über die Fluchtwege.

Notrufnummer

Die Notrufnummer der Feuerwehr lautet 112, ist in der ganzen Europäischen Union gleich und gilt darüber hinaus in vielen anderen Staaten weltweit. Die 112 lässt sich auch per Handy wählen, sofern eine SIM-Karte eingelegt ist.

Sieben Dinge, die man im Falles eines Brandes niemals tun sollte

  1. Wertsachen suchen, während sich das Feuer ausbreitet. Das eigene Leben ist wichtiger als jedes Dokument.
  2. Ein wachsendes Feuer auf eigene Faust bekämpfen. Ohne ausreichende Kenntnisse und mit untauglichen Löschmitteln wird der Löschversuch scheitern und Zeit vergeuden.
  3. In die oberen Stockwerke eines Gebäudes flüchten. Der Rauch zieht im Treppenhaus nach oben und kann den Flüchtenden den Rückweg abschneiden. Aus oberen Stockwerken fällt die Rettung oft schwerer.
  4. Den Aufzug nicht benutzen. Größtes Problem ist, dass ein Stromausfall den Aufzug stoppen kann, wonach die Flüchtenden in der Falle sitzen.
  5. Schnell Türen öffnen. Hinter einer Tür könnten Feuer und Rauch lauern, die sich durch Sauerstoffzufuhr noch schneller ausbreiten. Daher nur dann vorsichtig öffnen (und danach wieder schließen), wenn es unbedingt sein muss.
  6. Trotz Feuers in die Wohnung zurückkehren. Auch wenn man etwas Wichtiges zurückgelassen hat, ist eine Rückkehr meist eine schlechte Idee. Der Brand könnte sich in der Zwischenzeit weiter ausgebreitet haben.
  7. Am brennenden Gebäude die Arbeiten der Feuerwehr beobachten. Rettungs- und Fluchtwege müssen unbedingt frei bleiben. Zuschauer können die Löschung behindern.

In vielen Fällen ist die eigene Wohnung ein relativ sicherer Ort. Wer nasse Handtücher in Türritzen und andere Spalten stopft, kann das Einbringen des Rauches bremsen. Im äußersten Notfall ist es besser, sich nahe am Boden fortzubewegen anstatt zu stehen. Am Boden ist die Konzentration giftigen Rauches am geringsten.

piedmont