Feuerversicherung für Haus und Hausrat

Vermutlich über eine Milliarde Euro Kosten verursachen Brände in Privatwohnungen und Häusern – und das jedes Jahr. Nur wer eine Feuerversicherung abgeschlossen hat, kann hoffen, mit dem Schrecken davon zu kommen und wenigstens die materiellen Verluste ersetzen zu können. Rund 4000 Euro pro Versicherungsfall bekommen die Geschädigten im Durchschnitt. Im Einzelfall kann die Summe noch deutlich höher liegen, vor allem wenn teure Elektrogeräte ein Opfer der Flammen wurden.

Feuerversicherung fürs Haus oft inklusive

In früheren Zeiten war eine eigenständige Brandversicherung verpflichtend. Heutzutage ist sie freiwillig, aber in viele Versicherungspakete fest integriert. Der Leistungsumfang (vor allem die Deckungssumme) kann dabei von Anbieter zu Anbieter stark variieren. Folgende Grundtypen bietet die Versicherungsbranche an:

  • Feuerversicherung als Teil der Wohngebäudeversicherung: Üblicherweise schließen Immobilienbesitzer schon während des Rohbaus ein Versicherungspaket ab, das auch Brandschäden abdeckt. Gerade für einen Hausbesitzer kann ein Feuer sehr teuer werden. Zu der unmittelbaren Zerstörung kommen beispielsweise sekundäre Schäden durch Löschwasser. Auch die Kosten für Feuerwehreinsatz, Ersatzunterbringung der Bewohner, Renovierung oder Abbruch des Hauses trägt die Versicherung.
  • Feuerversicherung als Teil der Hausratversicherung: Für Mieter ist es wichtig, den eigenen Hausrat ausreichend abzusichern. Im Brandfall endet die Geltungsbereich der Wohngebäudeversicherung an der Wohnungstür. Möbel, Computer, Fernseher und andere persönliche Gegenstände muss der Mieter also selbst versichern.
  • Versicherung für Gewerbe und Industrie: Hier gibt es eigenständige Versicherungsprodukte, die nicht nur die Brandschäden absichern. Der Versicherungsschutz umschließt auch den Einnahmeausfall durch die Betriebsunterbrechung sowie mögliche Folgeschäden an fremdem Besitz.

Bei vielen Versicherungen sind Schäden durch Blitzschlag und Explosionen inbegriffen, wogegen Flugzeugabstürze und sengende Zigaretten in der Regel ausgeschlossen werden.

Versicherungsgeschichte

Die Wiege der Feuerversicherung – und damit der Versicherungswesens überhaupt – steht im Raum Hamburg. Nahe der Hansestadt liegt der kleine Ort Süderauerdorf, in dem 1537 der allererste Feuerversicherungsverein gegründet wurde. 1591 folgte der Hamburger „Feuer-Kontrakt“, eine Vereinbarung von städtischen Brauereibetrieben. Die Brauereien zahlten jeweils festgeschriebene Summen in die Versicherung ein, um im Brandfall eine Entschädigung zu erhalten. Im Jahr 1676 ging der „Feuer-Kontrakt“ in die noch heute bestehende „Hamburger Feuerkasse“ über, die als ältestes Versicherungsunternehmen der ganzen Welt gilt.

Aus derselben Zeit stammt die „Tiegenhöfer Brandordnung“ aus dem Jahr 1623. Sie wurde von der christlichen Glaubensgemeinschaft der Mennoniten in Danzig ins Leben gerufen. Etwa Mitte des 18. Jahrhunderts setzte sich das Solidarprinzip der Brandkasse in vielen deutschen Städten durch. Der Ernstfall war für viele damalige Versicherungen eine kostspielige Angelegenheit, denn großflächige Stadtbrände waren keine Seltenheit.

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