Feuerzeuge – flammende Alltagshelfer

Über Jahrtausende mühten sich die Menschen mit Feuersteinen und Zunder, wenn sie ein Feuer entfachen wollten. Mit einem modernen Feuerzeug braucht die Prozedur nicht mehr als ein Fingerschnippen. Einwegfeuerzeuge kosten nur noch wenige Cent – und wer etwas mehr eleganten Stil zeigen will, greift zum nachfüllbaren Benzinfeuerzeug. Vor fast genau 250 Jahren wurden die ersten Feuerzeuge erfunden.

Feuerzeuge sind ein Vierteljahrtausend alt

Der Franzose Charles-François Dumouriez entwickelte 1770 ein pneumatisches Feuerzeug mit Kolben und Zylinder. Der Kolben verdichtete die Luft in dem Zylinder (ähnlich einem Dieselmotor) und erzeugte damit ausreichend Wärme, um einen „Feuerschwamm“ zu entzünden. Feuerschwämme bestanden seinerzeit meist aus einem besonderen, leicht entflammbaren Baumpilz und wurden schon von den Steinzeitmenschen zum Feuer machen verwendet. Der Erfinder Dumouriez war übrigens kein Physiker oder Chemiker, sondern ein französischer General, der den Zündfunken sicherlich von den „Feuerwaffen“ kannte.

Eine Weiterentwicklung dieses Prinzips stammte vom Beginn des 19. Jahrhunderts. Ihr Erfinder, der französische Mathematiker Joseph Mollet, nannte sein Gerät Taphypyrion. Augenscheinlich wurde dieses Taphypyrion tatsächlich produziert und zum Verkauf angeboten.

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Döbereiner Feuerzeug im Querschnitt – Quelle: gemeinfrei

Döbereiner Feuerzeug

Heutigen Funktionsweisen wesentlich näher kam das Döbereiner Feuerzeug, das der deutsche Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner im Jahr 1823 entwickelte. Betrachtet man die clevere Konstruktion, wird aber schnell klar, dass fürs Feuermachen ein wenig Fingerspitzengefühl notwendig war: Wenn der Benutzer einen Hebel bediente, nagte die eingefüllte Schwefelsäure an einem Zinkstück und setzte bei der chemischen Reaktion Wasserstoff frei, das sich an einem „Platinschwamm“ selbst entzündete.

Bis ein Feuerzeugbesitzer wagen konnte, den privaten Feuermacher einfach so in die Tasche zu stecken, dauert es bis zum Jahr 1865 – der Erfindung des Taschenfeuerzeugs. Das Charakteristikum heutiger Feuerzeuge schlechthin – den Zündstein – gibt es erst seit 1903: Der österreichische Chemiker Carl Auer von Welsbach entwickelte das „Cereisen“, eine Legierung (Mischung) der Seltenen Erde Cer mit Eisen. Diese leicht entzündliche Legierung, aus der die Zündsteine bestehen, ist auch unter dem Namen „Auermetall“ bekannt.

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Einweg-Feuerzeug mit Zündstein und Gasflamme

Gasfeuerzeug mit Zündstein oder Piezokristall

Die heute gebräuchlichste Feuerzeug-Variante ist der Gasfeuerzeug. Betrieben wird es mit flüssigem Butangas. Bei Raumtemperatur ist Butan normalerweise gasförmig, aber innerhalb des Gasfeuerzeugs herrscht ein Druck von etwa 2 bar. Dieser Trick spart viel Platz, denn im flüssigen Zustand kann der Füllbehälter etwa 260 Mal soviel Gas aufnehmen.

Drückt man auf den Daumenhebel des Gasfeuerzeugs, verringert sich der Innendruck, sodass das Gas entweichen kann. Wenn man nun gleichzeitig das kleine Reibrad dreht, werden winzige Partikel vom Cereisen-Zündstein abgeschabt, die sich sofort selbst – und damit auch das vorbeiströmende Butan – entzünden.

Eine häufige Alternative zum Zündstein ist das piezoelektrische Feuerzeug. Dieses besitzt einen Mechanismus, der einen Piezokristall hart und schnell anschlägt. Dieser winzige Kristall besteht aus einem besonderen Material, sodass er den äußeren Druck in eine hohe elektrische Spannung verwandelt und zwischen zwei Elektroden einen Funken erzeugt.

Und wenn man statt des üblichen Einwegfeuerzeugs ein wieder auffüllbares Feuerzeug kauft, ist das Feuermachen sogar halbwegs umweltfreundlich!

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