Brandschutzhelfer und -beauftragter: Feuer beruflich bekämpfen

Jedes Jahr verursachen Brände Schäden in Millionenhöhe. Damit es in Unternehmen zu keinem Brand kommt oder der Schaden auf ein Minimum begrenzt wird, sind Personen tätig, die für solche Notfälle zuständig sind.

Mitte Oktober 2016 kam es im BASF-Werk in Ludwigshafen zu einer Explosion; mindestens drei Menschen starben, zahlreiche Mitarbeiter wurden verletzt und die Produktion beeinträchtigt. Auch wenn das Unternehmen über eine Sachversicherung für solche Schäden verfügt, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen problematischer. Es ist davon auszugehen, dass Wochen vergehen werden, bis BASF und die Staatsanwaltschaft den Schaden untersucht, das Unternehmen betroffene Teile repariert und die Produktion ihre ursprüngliche Kapazitäten erreicht. Fälle wie diese zeigen, dass jedes Unternehmen das Thema Brandschutz und -vorsorge ernst nehmen sollte.

Auch Feuerlöscher gehören zum betrieblichen Brandschutz - Rike / pixelio.de

Auch Feuerlöscher gehören zum betrieblichen Brandschutz – Rike / Pixelio.de

Die Folgen von Brandschäden

Brandgefahren verfolgen uns auf Schritt und Tritt – nicht nur im Privatbereich, sondern auch auf dem Weg zur Arbeit und am Arbeitsplatz. Der Brandschutz ist in jedem Fall Chefsache, unabhängig davon, wie groß ein Betrieb ist oder in welcher Domäne er aktiv ist.

Das volkswirtschaftliche Vermögen durch Brandfälle liegt in Deutschland jedes Jahr im Milliardenbereich. Jeder dritte Brand kostet Angaben der Versicherungswirtschaft zufolge rund 500.000 Euro an Sachschäden.

Viele Unternehmen investieren nur so viel wie nötig in den Brandschutz; besonders gering ist der Schutz bei kleinen und mittelständischen Firmen sowie Freiberuflern – hier sind deutliche Defizite zu bemerken.

Geringe Beachtung scheinen die Folgeschäden nach einem Brand zu erhalten: Neben Personen- und Sachschäden, die bereits mehr als kostspielig sind, können Verluste durch eine Marktverdrängung zum Ruin des Unternehmens führen. Eine Insolvenz droht nicht aufgrund unzureichender Versicherungsleistungen, sondern ausfallenden Gewinnen durch eine Betriebsunterbrechung.

Gegen eine Insolvenz schützen sich Unternehmen, wenn sie den Brandschutz ernst nehmen und einen Verantwortlichen für Brandfälle ernennen.

Unternehmen benötigen Verantwortliche für Brandfälle

In jeder Firma sollte ein Brandschutzhelfer ernannt werden, der für das Themengebiet Brandschutz verantwortlich ist. Dieser Mitarbeiter muss speziell für diese verantwortungsvolle Aufgabe ausgebildet sein. Die Ausbildung zum Brandschutzhelfer wird unter anderem von der DEKRA Akademie angeboten, die Seminare in zahlreichen Städten in ganz Deutschland veranstaltet – sowohl in Vollzeit als auch als Wochenendveranstaltung.

Im Rahmen der Ausbildung erlernt ein Brandschutzhelfer die Grundlagen des Brandschutzes, vorbeugende und abwehrende Maßnahmen, die Rettung von Personen und vieles mehr. Nach einer erfolgreichen Ausbildung zum Brandschutzhelfer kann sich der Mitarbeiter zum Brandschutzbeauftragten mit einem Schwerpunkt weiterbilden.

Warum sich die Ausbildung zum Brandschutzhelfer lohnt

Brandschutzhelfer erlangen durch ihre Ausbildung nicht nur lebenswichtiges Wissen und Erfahrung, um in Notsituationen materielle und menschliche Schäden auszuschließen, auch die Anerkennung innerhalb des Betriebes wächst.

Eine zum Brandschutzhelfer ausgebildete Fachkraft arbeitet eng mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt zusammen; auch die Vorgesetzten kommunizieren regelmäßig mit dem Brandschutzhelfer, um Investitionen zu tätigen und den betrieblichen Brandschutz zu verbessern. Ein Brandschutzhelfer leistet folglich einen großen Beitrag zur Sicherheit des Unternehmens und der Mitarbeiter.

Die beruflichen Erfahrungen helfen ausgebildeten Brandschutzhelfern auch im Alltag: Jede alltägliche Situation kann anhand des im Rahmen der Ausbildung erlangten Wissens bewältigt werden. Der Wissensstand und die Möglichkeit, schnell auf Gefahren zu reagieren, erhöht das Selbstbewusstsein.

Nicht zuletzt sollte angemerkt werden, dass das Erlangen der Kompetenzen im Bereich Erste Hilfe und Brandschutz für Teilnehmer kostenlos ist. Der Arbeitgeber trägt die Kosten für den Lehrgang und das Training.

Wie man Brandschutzhelfer wird

Berufsgenossenschaften fördern jedes Jahr über eine Million Ersthelfer. Sie sollen sicherstellen, dass jeder Betrieb genügend Ersthelfer besitzt, die in Notfällen für Sicherheit sorgen.

Die Entscheidung, Brandschutzhelfer zu werden, liegt beim Arbeitnehmer. Ein Unternehmen kann niemanden zwingen, die Ausbildung anzugehen. Wer sich für die Ausbildung zum Brandschutzhelfer beginnen möchte, sollte die Entscheidung seinem Betrieb mitteilen; der Arbeitgeber meldet den Ausbildungswunsch an und informiert den Angestellten über weitere Details.

Eine Alternative ist die Selbstanmeldung über eine örtliche Ausbildungsstelle. Diese ist aber nur möglich, wenn der Arbeitgeber die Ausbildung schriftlich genehmigt.

Die Grundausbildung zum Brandschutzhelfer dauert neun Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. In großen Betrieben mit großen Teilnehmerzahlen finden die Lehrgänge in der Firma statt; in allen anderen Fällen muss eine ausbildende Stelle besucht werden.

Nach der Grundausbildung nehmen Sie alle zwei Jahren an Fortbildungen teil, um die Kenntnisse aufzufrischen oder neue Fähigkeiten zu erlernen.

Die benötigte Anzahl von Brandschutzhelfern

Wie viele Brandschutzhelfer in einem Unternehmen aktiv sind, muss anhand der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes ermittelt werden. Gemäß der ASR A2.2 sollen fünf Prozent der Beschäftigten an der Ausbildung teilnehmen, wenn die Brandgefährdung normal ist; bei einer hohen Brandgefährdung muss die Anzahl der Helfer entsprechend angepasst werden.

Viele Brandschutzhelfer müssen auch in Unternehmen anwesend sein, in denen viele Personen sowie mobilitätseingeschränkte Menschen anwesend sind. Dabei darf die betriebsbedingte Abwesenheit (Urlaub, Weiterbildungen, etc.) nicht außer Acht gelassen werden.

Die Weiterbildung zum Brandschutzbeauftragten

Wer jahrelang als Brandschutzhelfer aktiv ist, kann sich zum Brandschutzbeauftragten weiterbilden. Diese Person unterstützt Brandschutzverantwortliche des Betriebes in allen Fragen zum Brandschutz abwehrender, vorbeugender sowie organisatorischer Natur.

Während Brandschutzhelfer für Erstmaßnahmen im Brandfall verantwortlich sind, zum Beispiel den Brand melden und bekämpfen, kümmert sich der Brandschutzbeauftragte darum, dass ein Brand gar nicht erst entsteht.

Nach der erfolgreichen Ausbildung müssen sich Brandschutzbeauftragte regelmäßig über Änderungen informieren und an Fortbildungen teilnehmen. Ihre Qualifikation ist nur gültig, wenn sie innerhalb von drei Jahren an einer Weiterbildung 16 UE teilnehmen.

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